Zuhause zu arbeiten bietet sich für unsere Berufe gerade zu an. Oft ist auch ein weiteres finanzielles Standbein, sprich ein Job da. Wer die Möglichkeit hat, eigene Räume einzurichten, kann Schritt für Schritt aufbauen und irgendwann ganz umsteigen. Trotzdem tümpeln viele Home-Praxen vor sich hin oder wünschen sich eine höhere Auslastung.
Weshalb das? Darüber mag man spekulieren, aber ein Grund ist bestimmt;
Zuhause arbeiten ist schwieriger!
Wenn die gebuchten Termine ausbleiben, überlegt man sich allerhand. Was mache ich falsch? Ist es der Standort? Ist es, weil ich Zuhause arbeite?
Ich glaube, für den Klienten ist es nicht ausschlaggebend, ob Sie nun eine topmoderne Praxis in der Stadt haben, oder ihre eigenen, schnuggeligen Räume in einer ländlichen Gegend. Und es spielt ihm keine Rolle, ob das in einem Geschäftshaus oder in einem Privathaus ist. Hauptsache, es gefällt ihm, es stimmt, es tut ihm gut.
Wichtiger als die Örtlichkeit ist ihm Zuverlässigkeit, Sauberkeit, Ruhe und Ihre vollständige Aufmerksamkeit.
Die Frage ist vielmehr; “kann ich ihm (dem Klienten) das garantieren, wenn ich Zuhause arbeite?” Schaffe ich es, die Voraussetzungen dazu zu schaffen? Fühle ich mich selbst wohl und kann ich die Dinge wirklich trennen?
Wie stehen Sie zu folgenden Aussagen?
“Weisst du, ich mach das noch nicht so richtig. Wenn ich dann mal meine “richtige” eigene Praxis habe, schau ich dann schon, dass ich ungestört arbeiten kann.”
«… dann wird auch der Preis steigen, aber vorläufig ist das eher ein Freundespreis.»
«Meine Kundschaft stört es nicht, wenn mein Hund zur Begrüssung hochspringt. Und auch die Kinder schauen gerne mal rein. Ich hab nun eben mal Hund und Kinder!«
«Es lässt sich nicht vermeiden, dass meine Nachbarin überraschend vor der Tür steht oder das Telefon klingelt. Auch der Kaminfeger oder Stromableser verschiebe ich nicht extra. Man wird ja wohl schnell nachsehen dürfen!»
«Bei der kann ich schon mal schnell die Wäsche in den Tumbler rüberschieben oder den Backofen ausschalten gehen. Das ist eine gute Kollegin, die versteht das schon.»
«Manchmal ist es mir irgendwie peinlich, wenn einer in meine schlichten Räume kommt. Ich wünschte mir eine chice Praxis mit allem drum und dran. Dann würde es bestimmt besser laufen!»
5 häufige Stolpersteine für unsere Arbeit.
(In Bezug zur Praxis zu Hause)
- Die totale Ruhe und Ungestörtheit.
- Die hohe Anforderung an Diskretion.
- Der Respekt und die Rücksichtsnahme ihrer Familie.
- Die Tatsache, dass bei uns häufig Klienten, vor allem zu Beginn, aus dem Bekanntenkreis kommen.
- Sie zu Beginn ihrer Laufbahn naturgemäss noch unsicherer in Kundenkontakten sind.
2 häufigsten Unzufriedenheiten des Klienten.
(In Bezug zur Praxis zu Hause)
- häufige Störungen, Ablenkbarkeit des Therapeuten.
- Die telefonische Erreichbarkeit. siehe Artikel 15 Regeln, wie ich ein Geheimtipp werde, bin oder bleibe
In extern gemieteten Räumen sind einige Dinge von vornherein klar.
Zuhause müssen Sie es klar machen;
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Wie bringe ich es Familie, Nachbarn und Bekanntenkreis bei, dass ich, und wann ich, arbeite?
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Kommunizieren Sie Ihre Arbeitszeiten mit der Familie. Wer ist wann Zuhause. Wann sind grundsätzlich Termine möglich.
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Wie pflegen Sie es mit Telefonaten? Wann sind Sie nur beruflich erreichbar. Wann privat? Wer bedient das Telefon?
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Schaffen sie ein Umfeld, dass ihnen einen ungestörten Arbeitsablauf/Arbeitstag ermöglicht.
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Teilen Sie ihre Termine geschickt ein. Können sie zwischen privatem und beruflichem Modus wechseln?
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Schaffen Sie die Umstände, die ein Vermischen von privatem und beruflichem möglichst ausschliesst. Räumlich, wie auch in direktem Kontakt.
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und ein kurzer Selbstcheck
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Wie reagiere ich auf kleine Übertritte, Fragen, Neugier der Klienten? Wo bin ich zu offen, zu grosszügig.
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Wie halte ich es meinerseits mit Einladungen zum Kaffee? Biete ich meinen Klienten die Freundschaft an?
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Apropo Freundschaft. Bieten Sie auch mal spontan ihre Dienste an, wenn Freunde bei Ihnen zu Besuch sind?
Absichtlich vage halten?
Ich meinen Seminaren habe ich immer wieder festgestellt, dass viele Selbstständige (die Zuhause arbeiten) sich eher unwohl fühlen, wenn sie nach ihrer Arbeit und Arbeitsort gefragt werden. Geben Sie hier keine vagen Antworten. Jetzt liegt es an ihnen, die Antwort nicht zu “verwässern”.
Dagegen hilft nur die eigene Klarheit und innere Ausrichtung. Vermeiden Sie diese oder ähnliche Aussagen:
«Ich arbeite eben noch zuhause. Weiss du, ich mach das ja noch nicht so richtig.»
besser wäre: «Ich arbeite an meinem Wohnort.»
Ohne traritrara, da braucht’s keine weiteren Erklärungen. Es versteht sich von selbst, dass Ihre Praxis angeschrieben ist und gefunden wird. Das schafft nicht nur für Ihre Klienten, sondern auch für Ihre Nachbarn, Bekannte und Verwandte ein klares Bild.
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lesen Sie auch; Telefonkontakt I – gefunden werden

Sali Maria, Habe lange gebraucht um mich klar abzugrenzen. Heute bin ich glücklich meine Praxis im Haus zu haben. In der unteren Etage sind meine Geschäftsräume und Oben wohnen wir. Schon fast ein wenig Luxus ;) den ich Auswärts nicht mieten könnte. Super Thema, Danke
Gern geschehen. die möglichst klare, räumliche Abtrennung erleichtert einiges, gell?
und sonst, hab ich nichts vergessen?